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“Gemeinsam erreicht man mehr” – hotelkit-CEO Marius Donhauser im Gespräch

CEO und Gründer der erfolgreichen Softwarefirma hotelkit, Hotelbetreiber, Vater zweier Töchter und begeisterter Hobby-Sportler – Marius Donhausers Alltag ist vieles, aber sicher nicht eintönig. Ebenso spannend ist die Geschichte dahinter. Im Interview beschreibt er seinen beruflichen Werdegang, äußert sich zur Arbeitssituation in der Hotelbranche und verrät uns, was ihn abseits des Berufsalltags antreibt.

Marius Donhauser ist nicht nur Hotelier und Familienvater, sondern auch der Gründer der erfolgreichen Software-Firma hotelkit.

Marius, die meisten kennen dich als CEO von hotelkit und Hotelier. Wo liegen deine privaten Interessen und was sind deine Hobbies? 

Als Vater zweier Töchter verbringe ich natürlich viel Zeit mit meiner Familie. Daneben achte ich darauf, mich körperlich fit zu halten und bin sportlich vielseitig interessiert. Besonders die Bewegung im Freien, sei es im Winter beim Skitourengehen und Skifahren oder im Sommer beim Mountainbiken, Wandern und Laufen, bereitet mir große Freude.

Wie sah dein berufliches Leben vor hotelkit aus?  

Für mich war der Gedanke der Selbstständigkeit immer schon reizvoll. Doch bis dorthin war es noch ein langer Weg. Während meines Studiums in Innsbruck versuchte ich mich an meinem ersten Projekt: Einem Online-Guide für Skihütten. Ein wirtschaftlicher Erfolg war das damals nicht, dafür lernte ich die anderen Co-Founder von hotelkit kennen.  

Als auch weitere Anläufe – eine Online-Studentencommunity und ein Online-Travelguide – scheiterten, kehrte ich nach Salzburg zurück und entschied mich dazu, das elterliche Hotel Der Salzburger Hof zu übernehmen. Plötzlich war ich mit den Herausforderungen des Hotelalltags konfrontiert, dem Kommunikationsproblem, das in Form eines monumentalen Hotelhandbuchs, scherzhaft “Monstermappe” genannt, und einem nicht weniger abschreckenden und ineffizienten Dienstübergabebuch Gestalt annahm. Als lösungsorientierter Mensch wollte ich das nicht länger so hinnehmen. Schon kurze Zeit später entwickelten wir – zunächst nur für den Eigenbedarf – auf Basis einer Open-Source-Lösung ein Intranet, das uns über eine Wiki- und Blogging-Funktion Wissensmanagement und Kommunikation auf digitalem Weg ermöglichte.

Nach drei erfolglosen Versuchen, in der Software-Branche Fuß zu fassen, übernahm ich das elterliche Hotel “Der Salzburger Hof”. Als ich dort selbst mit den alltäglichen Problemen der Hotelbranche konfrontiert war, beschloss ich, eine digitale Lösung hierfür zu finden. Auf Basis einer Open-Source-Lösung entwickelten wir ein Intranet, welches uns Wissensmanagement und Kommunikation auf digitalem Weg ermöglichte.

Marius Donhauser erkannte die Probleme der Hotelbranche und entwickelte aus der Not heraus hotelkit.
Marius Donhauser Founder u. CEO von hotelkit

Wie kam es schlussendlich zur Gründung von hotelkit? 

Etwa zur selben Zeit gründete ich mit einer Reihe anderer Inhaber privat geführter Stadthotels einen Verbund, die PrivateCityHotels. Ähnlich wie bei Kettenhotels hatten unsere Mitarbeiter*innen dort die Gelegenheit, für einen bestimmten Zeitraum in einem anderen Betrieb mitzuarbeiten. So kam es, dass Gera Bachner – damals Front Office Managerin im Salzburger Hof, späterfolgend erste hotelkit-Mitarbeiterin und heute, nach einer Babypause, Quality & Project Managerin bei hotelkit – eine Woche im Hotel Victoria in Nürnberg verbrachte. Dort zeigte man sich beeindruckt, dass Gera durch das neu implementierte Tool trotz räumlicher Distanz mitverfolgen konnte, was im Betrieb in Salzburg gerade vorging. Sabine Powels, Geschäftsführerin des Hotel Victoria, wollte auch für ihr Hotel eine effiziente und intelligente Lösung wie diese. In Gesprächen mit anderen Hoteliers fand ich heraus, dass viele Interesse an einer Art digitalen Kollaborationsplattform hatten. Nun wurde mir klar, dass das, was eigentlich nur für den Eigenbedarf im Salzburger Hof gedacht gewesen war, das Potenzial barg, die Herausforderungen einer ganzen Branche zu lösen. Ich nahm Kontakt zu den Software-Spezialisten auf, die ich während meiner Zeit in Tirol kennengelernt hatte. Langer Rede kurzer Sinn: Das Projekt hotelkit war geboren.

Im Gespräch mit anderen Hoteliers erfuhr ich, dass viele Interesse an einer digitalen Kollaborationsplattform wie unserem Intranet hatten. Mir wurde klar, dass das, was eigentlich aus der Not heraus für den bloßen Eigenbedarf kreiert wurde, das Potential barg, die Probleme einer ganzen Branche zu lösen. Das Projekt hotelkit war geboren.

Marius Donhauser erkannte die Probleme der Hotelbranche und entwickelte aus der Not heraus hotelkit.
Marius Donhauser Founder u. CEO von hotelkit

Du bist Geschäftsführer des Hotels Der Salzburger Hof und Founder & CEO der hotelkit GmbH. Was ist dein Führungsstil?  

Nach einem Jahr Stillstand konnten wir 2021 wieder an das wirtschaftliche Wachstum der Jahre 2018, 2019 anschließen. Mittlerweile zählt das Unternehmen mehr als 80 Mitarbeiter*innen. Natürlich hatte dies Auswirkungen auf meinen Führungsstil. In der Vergangenheit war ich in den Bereichen Marketing, Produkt und Verkauf noch sehr operativ tätig. Jetzt versuche ich anstatt im Unternehmen, mehr und mehr am Unternehmen zu arbeiten.

Zudem gibt es mit den Team-Leads nun eine weitere hierarchische Ebene. Team-Leads, das sind Persönlichkeiten mit herausragender Begabung und Führungsqualitäten, die eine Vorbildwirkung auf die anderen Mitarbeiter*innen haben. Viele junge Mitglieder unseres Teams sind dadurch erstmals in eine leitende Funktion in einem Unternehmen gerückt. Dies mindert jedoch keineswegs mein Vertrauen. Ganz im Gegenteil, denn keiner ist ungerechtfertigt in seiner Position. Hire for attitude, train for skills – das war schon immer meine Philosophie, wenn es um Neuanstellungen geht und diese macht sich bezahlt. Unser Team ist voller junger, motivierter Talente und der Zusammenhalt hat fast familiären Charakter. Ich sehe mich jetzt mehr als Sparringpartner, der Potentiale entdeckt, fördert, berät und unterstützt.

Hire for attitude, train for skills – das war schon immer meine Philosophie, wenn es um Neuanstellungen geht und diese macht sich bezahlt. Unser Team ist voller junger, motivierter Talente und der Zusammenhalt hat fast familiären Charakter.

Marius Donhauser erkannte die Probleme der Hotelbranche und entwickelte aus der Not heraus hotelkit.
Marius Donhauser Founder u. CEO von hotelkit

Generell wäre partizipativ das Wort, das meinen Führungsstil am besten beschreiben würde. Ich bin keiner, der eigene Ideen mit Biegen und Brechen über die Köpfe der anderen hinweg durchboxt. Mir liegt eine gemeinsame Erarbeitung von Lösungen am Herzen. Für das Gelingen eines Projekts ist der Input des Teams unerlässlich. Darüber hinaus will ich meinen Mitarbeiter*innen größtmöglichen Freiraum in ihrem Bereich bieten. Ich verwende hier gern das Gleichnis einer Autobahn: Jene bietet einem durchaus breiten Bewegungsraum, zugleich wird der Rahmen durch die Leitplanke abgegrenzt und der Verkehr fließt in dieselbe Richtung. Gemeinsam erreicht man mehr, das ist nicht nur die Philosophie unseres Unternehmens, sondern auch unseres Produkts hotelkit.

Wie hast du die Corona-Krise erlebt und wie hat das Unternehmen diese schwierige Zeit bewältigt?  

Corona hat unsere Firma in einer Phase erwischt, als uns der entscheidende Durchbruch am Markt gelang. Wir rechneten für 2020 mit einem Wachstum von 70 Prozent und erweiterten unser Team, um diese Herausforderung stemmen zu können. Doch nicht nur hinsichtlich der Arbeitsauslastung, auch die Liquidität betreffend bewegten wir uns am Limit, da wir uns gänzlich aus Eigenkapital finanzieren. Die Pandemie zog uns also förmlich den Boden unter den Füßen weg. Plötzlich war ich als Unternehmer mit der ungewohnten Situation konfrontiert, hilflos zusehen zu müssen und nicht gestalterisch eingreifen zu können. Natürlich droht man an einer aussichtslosen Lage wie dieser im ersten Moment zu verzweifeln. Für mich war es deshalb wichtig, zu lernen, wo die Grenzen meines Handlungsspielraums liegen. Sich den ganzen Tag mit demselben Problem herumzuschlagen, hat wenig Sinn. Deshalb habe ich mir einen festen Tagesplan zurechtgelegt, in dem ich mir klar definierte Zeiträume für Sport und Erholung einräumte.

Mein Fokus löste sich letztlich von der starren Konzentration auf diese vermeintlich hoffnungslose Lage. Stattdessen wurde mir nach und nach klar, welches enorme Potential unser Produkt auch in der Krise barg. Die Hotels hatten ihre Pforten geschlossen und die Teams in Kurzarbeit geschickt. Unsere digitale Kollaborationsplattform hotelkit ist die ideale Lösung, um den Teamzusammenhalt ungeachtet räumlicher Distanz zu ermöglichen. Diese Botschaft konnten wir unseren Kund*innen erfolgreich kommunizieren. Auch als die Hotelbetriebe wiedereröffneten und der Faktor Hygiene pandemiebedingt einen nie dagewesenen Stellenwert einnahm, gelang es uns, die Vorzüge von hotelkit als anpassungsfähige und transparente digitale Wissensplattform, in der die sich ständig ändernden Regelungen quasi per Knopfdruck integriert und abgerufen werden können, zu vermitteln. Unser zweites Produkt medikit, eine digitale Kollaborationsplattform für medizinische Organisationen, feierte in der Coronazeit sogar einen regelrechten Erfolgszug, denn auch Praxen, Kliniken, Apotheken und Pflegeeinrichtungen erkannten die Vorzüge digitaler Kommunikation und Prozessabwicklung. Für das Salzburger Landeskrankenhaus entwarfen wir innerhalb kürzester Zeit ein Tool für das Bettenkapazitätsmonitoring, dadurch konnten wir einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung des organisatorischen Aufwands im Rahmen der Pandemie leisten.

Corona zog uns förmlich den Boden unter den Füßen weg, doch uns gelang, den Fokus wieder auf das Positive zu richten und das Potential unserer Produkte für die Bewältigung der Krise zu erkennen.

Marius Donhauser erkannte die Probleme der Hotelbranche und entwickelte aus der Not heraus hotelkit.
Marius Donhauser Founder u. CEO von hotelkit

Auch unternehmensintern wendete sich für uns alles zum Guten. Nach der arbeitsintensiven Phase des Wachstums gab es plötzlich Zeit durchzuatmen. Aufgrund sinkender Auslastung in allen Bereichen meldeten wir unsere Mitarbeiter*innen zur Kurzarbeit an, wobei ich dem österreichischen Staat sehr dankbar für die Finanzierung dieser bin. Zugleich gab uns diese Atempause die Möglichkeit, einen längst überfälligen Schritt zu tun und die interne Organisationsstruktur der Größe des Unternehmens anzupassen. Das war wichtig, schufen wird hierdurch doch ein stabiles Fundament für bevorstehendes Wachstum. Die Krise hat letztendlich bewiesen, dass digitale Kommunikation nicht nur eine zeitgemäße, ortsunabhängige und effiziente , sondern auch eine krisenbeständige Art der Zusammenarbeit ermöglicht. Dies erkennen immer mehr Unternehmen, dementsprechend positiv blicke ich in die Zukunft unserer Firma.

Das Thema New Work gewinnt immer mehr an Bedeutung. hotelkit als Plattform für digitale Kommunikation und Zusammenarbeit unterstützt diesen Ansatz ja sehr. Inwiefern ist eine solche Arbeitsweise deiner Meinung nach in der Hotellerie umsetzbar?  

Natürlich ist New Work auch in der Hotellerie ein brandaktuelles und hochrelevantes Thema. Es ist ein Umdenken nötig, um diese einzigartige Branche in Zukunft für Arbeitnehmer*innen wieder attraktiver zu machen. Bei New Work denken viele an flexible Arbeitszeiten und Homeoffice. Das ist im Hotel natürlich nur bedingt umsetzbar. Dennoch gibt es dort ja auch Mitarbeiter*innen im Backoffice. Wieso sollen diese also ihre Arbeit nicht an manchen Tagen von zu Hause verrichten können?

In anderen Bereichen wie Rezeption, Frühstücksservice und Housekeeping ist Homeoffice kaum möglich. Dennoch gibt es auch hier noch viel Potential, den Arbeitsplatz attraktiver zu gestalten. Als Erstes fällt mir da die papier-lastige und ineffiziente Arbeitsweise ein, die in vielen Hotels noch die Regel ist. Durch digitale Lösungen wie hotelkit kann die Arbeitslast wesentlich reduziert und die Qualität der Zusammenarbeit optimiert werden. Auch bei den Dienstplänen, die oftmals sehr kurzfristig übermittelt werden, gibt es Verbesserungspotential. Wieso den Mitarbeiter*innen hier nicht mit längerfristigen Planungen entgegenkommen? Des Weiteren kann die Rolle des Rezeptionisten durchaus moderner ausgelegt werden. Für routinemäßige Vorgänge wie den Check-in gibt es bereits Automaten, die Angestellten können sich stattdessen um individuelle Anliegen von Gästen kümmern und ihrer Rolle als Hosts nachkommen. Team-Building-Events halte ich für wichtig, um den Zusammenhalt unter den Mitarbeiter*innen sowie die Identifikation mit dem Arbeitsplatz zu stärken. Dass die Gehälter in der Hotellerie oftmals der dort erbrachten Leistung nicht angemessen sind, ist kein Geheimnis.

Es muss unser Ziel sein, den New Work-Gedanken auch in die Hotelbranche zu tragen. Es gibt auch hier viel Potential, den Arbeitsalltag der Angestellten zu verbessern.

Marius Donhauser erkannte die Probleme der Hotelbranche und entwickelte aus der Not heraus hotelkit.
Marius Donhauser Founder u. CEO von hotelkit

Du bist jemand der nie stillstehen kann und immer ein neues Abenteuer sucht. Was sind die nächsten Projekte und deine Zukunftspläne?

Beruflich wird es auch in Zukunft spannend bleiben. Mit medikit, der digitalen Kollaborationsplattform für Praxen, Apotheken und Kliniken, gelingt es uns derzeit, immer mehr große Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen von unserer Lösung zu überzeugen. Unsere Expertise in der Hotellerie kommt auch hier zum Tragen, da im stationären Bereich die Rolle des Patienten jener des Gastes immer ähnlicher wird. Zudem bin ich gespannt, wie sich meine Rolle als Geschäftsführer weiter verändern wird. Unser Unternehmen wird in naher Zukunft die Grenze von 100 Mitarbeiter*innen überschreiten. Ich freue mich auf diese neue Herausforderung.

Privat werde ich weiterhin mein Bestes geben, einen Ausgleich zwischen Beruf und Familienleben zu schaffen und für meine Töchter da zu sein. Darüber hinaus möchte ich mich fit halten, und das nicht nur aus gänzlich privaten Gründen. Zur Auflockerung des Arbeitsalltags gibt es in unserem Büro schon immer eine Mini-Tischtennisplatte, eine hervorragende Methode zur Anregung kreativer Energien. Doch seitdem sich unser Team markant vergrößert hat und sich in den Reihen unserer Mitarbeiter*innen immer mehr herausragende Tischtennisspieler*innen befinden, ist aus dem vormals netten Zeitvertreib ein zwar noch immer freundschaftlicher, aber durchaus ehrgeiziger Konkurrenzkampf um die Tischtenniskrone bei hotelkit geworden, welcher im alljährlichen Turnier auf unserem Teamevent gipfelt. Als kompetitiver Typ erhebe ich Anspruch auf diese Trophäe, was mich zusätzlich in meinen sportlichen Ambitionen antreibt 🙂

Quick Questions am Ende:

Die letzte App die du heruntergeladen hast?

A: Green Pass

Android oder IOS?

A: Android

Instagram, Facebook oder LinkedIn?

A: LinkedIn

3 Dinge die du auf eine einsame Insel mitnehmen würdest?

A: Ein gutes Buch, mein Smartphone und einen Tischtennistisch, falls es dort doch jemand Anderen geben sollte.

Deine letzte Wanderung war auf welchen Berg und wie lange?

A: Auf den Gaisberg bei Salzburg in 2 Stunden.

Dort wird deine nächste Reise hingehen, sobald es wieder möglich ist?

A: Norwegen

Online-check-in oder Rezeption?

A: Beruflich Online-check-in, privat Rezeption

Tee oder Kaffee?

A: Kaffee

Interessiert an einer digitalen Lösung, deren Erfinder direkt aus der Branche stammt?

Michael Santner ist Text Content Manager bei hotelkit.

Über den Autor

Michael Santner

Die abschreckenden Berichte von verarmten Dichtern und Denkern während seiner Studienzeit haben ihn dazu bewogen, seiner Leidenschaft an einem festen Arbeitsplatz nachzugehen. Als Teil des kreativen Marketing-Teams von hotelkit kümmert er sich darum, die vielen Ideen seiner Kolleg*innen in spannende Geschichten zu verpacken.

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